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Elvis Presly sang in den 60gern in seinem Song „In the Ghetto“ vom grauen Chicago und den dortigen Lebensumständen in einem nicht privilegierten Stadtteil, also wenig begrünten Stadtteil.

Nicht zuletzt beim „Ersten nordamerikanische Gründachcongress 2003“, veranstaltet von „Green roofs for Healthy Cities“ präsentierte der Bürgermeister John Daley nicht nur sein dacbegrüntes Rathaus. Nein dieses Rathaus ist zu einem Symbol der Stadtentwicklung Chicagos geworden. Hier fand ein Paradigmenwechsel von „cold and grey“ zu „green“ statt. Zwar sind es erst etwa knapp 30 Gründächer in der Stadt Chicago – mit zunehmender Tendenz und die Aufbruchstimmung schafft ein positive Gründerklima. Mit der 2004 prämierte Parkanlage über einer Parkgarage am Michigan See setzt sich diese positive Tendenz fort. Das Image der Stadt wird zunehmend grün aufpoliert im Sinne der häufig gestellte Frage „Why are green roofs sexy“. Die Grüne Stadt ist zu einem Ansiedlungsfaktor weiterer Firmen in Chicago geworden. Grüne Dächer fördern somit auch die städtische Ökonomie positiv.

Chicago ist in diesem Sinne kein Unikat, Singapores City Hymne der Klassiker „The green green gras of home“ geht in die gleiche Richtung. Aber nicht nur Songs auch Taten, etwa Gründachwettbewerbe, wie der 2001 trugen zur weiteren Popularität von Begrünungen und der verbesserten Umwelt der städtischen Bevölkerung bei.

Während viele Gemeinden in Deutschland sich aktuell von ihrem ökologischen Vorreitertum der 80ger Jahre etwas ausruhen wollen und im Sinne eines „roll back, trotz der vielen genannten Benefits Hinterhofbegrünungen und Dachbegrünungen am liebsten als zu teure Spielereien am liebsten eine zeit lang ignorieren würden, holt uns mittlerweilen die „Grün – Begeisterung“ anderer Nationen ein und kann hiesige „Grün – Aktivisten“ in ihrem weiteren Handeln moralisch und argumentativ unterstützen.
Gründächer sind nur ein Element in einem ganzen Kanon von Maßnahmen in einer ökologischen Stadtentwicklung. Die richtige Auswahl für jedes Grundstück, weitere fachliche Vertiefung aber auch übersichtliche Grundinformationen über die Vorteile von Begrünungen müssen aktuell parallel vermittelt werden.

Zur Zeit ist es spannend, wir müssen Informationen wohl dosieren, während Ökofreaks über ihren dritten Wasseranschluß an der Waschmaschine tüfteln (TW, Regenwasser, Solarbeheiztes Wasser), sind andererseits die emotionalen Vorteile und vor allem Fakten zu „Life Cycle Cost – Analysen“ zu erstellen. Was bringen die zunächst häufig etwas teurere Ökomaßnahmen im Zeitraum der vollen Nutzungsdauer?
Das Beispiel der Photovoltaik-Elemente auf Dachbahnen zeigen es. Spätestens nach 16 Jahren ein garantierter monetärer Vorteil. Bei vielen Maßnahmen ist aber ein emotionaler Vorteil gleich nach der Fertigstellung vorhanden. Oder wie verrechnen wir die Freude die es macht auf einem Dachgarten einen (schwäbischen -) Zwetschgenkuchen zu essen oder eine Berliner Weiße zu trinken?

Rational gesprochen: Unter der Aktualität, dass das Kyoto Protokoll jetzt rechtskräftig wird, also alles getan werden muß um den negativen klimatischen Effekte von Verkehr und Versiegelung entgegen zu wirken, gewinnt das Gründach erneut an Aktualität. In einer Zeit, in der die Baubranche nicht gerade zu den Hoffnungsträgern des Wirtschaftswachstums zu zählen ist, ist in unseren „ökologischen Bauweisen“ ein antizyklischer Hoffnungsträger zu sehen.

Das Interesse aus aller Welt ermöglicht es nun „Netzwerke“ zu knüpfen. Begeisterung für ein Thema ist eine wichtige Motivation, sich weiterhin mit einem Sachverhalt zu beschäftigen. Über Firmenunterschiede hinweg scheint aus meiner Sicht hier das Gemeinsame zu überwiegen – wir sollten diese Chance vielfältig ergreifen!

M. Köhler, Febr. 2005, ©: www.gruendach-mv.de